KLANGFARBEN
Ausstellung: 27.09. - 15.11.2008
Ausstellungseröffnung: 26.09., 19 - 21 Uhr
Manfred Mohr, D
Preisträger des d.velop digital art award [ddaa] 2006
Installation: Software, PC und LCD-screen, Prints
Diese neue Arbeitsphase, mit den Titel Klangfarben (2006-07), baut auf dem 11-d Hyperwürfel auf. Die Arbeit selbst besteht aus zwei quadratischen Bildschirmen, einem Computer und meiner eigenen Software. Die Struktur des 11-d Hyperwürfels beinhaltet ein unvorstellbar großes, graphisches Repertoire von 40 Billionen möglichen "Diagonal-Wegen". (Eine Diagonale ist die Verbindung zwischen zwei sich gegenüber liegenden Punkten in die der Struktur des Hyperwürfels. "Diagonal-Wege" sind alle die kombinatorisch möglichen Verbindungswege zwischen zwei solchen sich gegenüber liegenden Punkten im Netzwerk des 11-d Hyperwürfels die je einmal durch jede Dimension führen).
Für jede Arbeit werden aus diesem Repertoire vier Gruppen von je 11 Diagonal-Wegen mit drei verschiedenen Linien-Strichstärken, als Basiselemente ausgewählt. Bei jedem Einschalten der Bildschirm-Arbeit wird eine der vier Gruppen durch den Zufall ausgewählt. Auf dem rechten Bildschirm erscheint ein langsam rotierendes Graphik-Konstrukt, das zwischen 2 und 10 Diagonal-Wege enthält und alle 10 Sekunden in zufälliger Auswahl sämtliche Farben wechselt. Während des Farbwechsels blenden sich einzelne Diagonal-Wege zyklisch aber in zufälliger Reihe entweder ein oder aus, wobei immer der hinterste Diagonal-Weg nach vorne gebracht wird.
Das letzte Bild vor jedem Farbwechsel, wird vom rechten Bildschirm zum linken Bildschirm gesendet und bleibt dort sichtbar, bis dann 10 Sekunden später das nächste Bild erscheint. Der rechte Bildschirm zeigt das sich bewegende Bild, sozusagen die Entstehung eines Zeichens und der linke Bildschirm zeigt ein stabiles, also mehr ein kontemplatives Bild. Beide Bildschirme sollten nicht simultan sonder unabhängig von einander betrachtet werden. Die Bildschirme sind daher im Winkel von 90 Grad zueinander angeordnet, sodass der Beobachter aufgefordert wird sich für das eine oder das andere Ereignis zu entscheiden.
Die Logik dieser Arbeit hat Ähnlichkeit mit den Regeln aus der "Seriellen Musik", in der jedes Element in einer Reihe von Elementen mindestens einmal vorkommen muss, bevor die Reihe wiederholt werden kann. Die Referenz zu Klangfarben verweist auf eine Kompositionsregel in der eine einzige musikalische Note auf immer wechselnden Instrumenten gespielt wird. Aus den spezifischen Unterschieden von Ober- und Untertönen, die den Charakter eines jeden Musikinstrumentes ausmachen, entstehen subtile Klangmodulationen oder eben solche Klangfarbenmelodien. Die Zufallsmodulation der Farben auf jedem Diagonal-Weg gibt meiner Arbeit genau diese subtile Qualität.
Manfred Mohr, New York, 2007


