THINK LINE 2
 
Hans Dehlinger, Jean-Pierre Hébert, Manfred Mohr, Vera Molnar, Frieder Nake, Casey Reas, Roman Verostko, Mark Wilson

      


Eröffnung: Freitag, 18. November 2011, 19 – 21 Uhr
19:30 Uhr Einführung in die Ausstellung durch Wolf Lieser
Hans Dehlinger und Mark Wilson werden bei der Eröffnung anwesend sein.

Ausstellung 19. November 2011 – 14. Januar 2012
Weihnachtsferien: 20. Dezember 2011 – 7. Januar 2012

Gespannte Fäden, eine großflächige Wandgestaltung, filigrane Zeichnungen - Galerie [DAM] Berlin lädt ein, sich in der Ausstellung Think Line 2 auf eine erweiterte Form des Zeichnens mittels eines Algorithmus einzulassen. Von großformatigen bis zu kleinen Arbeiten sind Werke aus einem Spektrum von 40 Jahren Medienkunst zu sehen. Einigen Arbeiten ist das niedergeschriebene Konzept des Künstlers über das jeweilige Werk zur Seite gestellt. Es ermöglicht dem Betrachter, Bezüge und unterschiedliche Umsetzungsmöglichkeiten nachzuvollziehen.

Vera Molnar greift in der Installation Rechteckweg eine Idee, einen Algorithmus, aus dem Jahr 1997 auf und führt diese Arbeit erstmals als 3 x 3 m große Installation aus einem Wollfaden aus. Rechteckweg folgt den Gesetzen konkreter Kunst, öffnet aber das strenge Konzept durch die Wahl eines organischen Materials." A line is a dot that went for a walk" (Paul Klee) - nachdem der Faden seinen langen geometrischen Weg zurückgelegt hat, bleibt sein Ende weich und formlos auf dem Boden liegen.

Casey Reas zeigt eine ca. 4 x 3 m große Wandgestaltung, die auf der Serie Tissue basiert. Diese Serie ist eine ursprünglich interaktive Software aus dem Jahr 2002, bei der der Betrachter durch Setzen von Punkten auf einem Bildschirm die Bewegung der Linien beeinflussen kann. Die Linien zeichnen feine Gebilde auf Basis der Bewegung von tausenden, synthetischen neuralen Systemen.

Manfred Mohr stellt in der Ausstellung 3 kleine Plotterzeichnung aus den frühen 1970er Jahren aus, die noch vor seiner Beschäftigung mit dem Würfel entstanden. Die Arbeiten sind erstmalig weltweit zu sehen.

Hans Dehlinger zeigt neue große Plotterzeichnungen aus der Serie der "unscharfen" Bilder, in denen sich durch überlappende Strukturen aus feinen Linien für das menschliche Auge ein irritierender Eindruck von Unschärfe einstellt.

Die Papierarbeiten von Mark Wilson sind aus feinen geometrischen Strukturen aufgebaut, die sich vielschichtig überlagern. Dadurch entsteht ein dichter Formteppich, den Wilson in leuchtenden kontrastreichen Farben gestaltet. In der Ausstellung werden neue Arbeiten von ihm gezeigt sowie ein ca. 2 m langes Bild, das in diesem Sommer in der Ausstellung Ornamental Structures in der Stadtgalerie Saarbrücken zu sehen gewesen ist.

Seven Sisters - The Pleiades ist eine Serie von 7 farbigen Plotterzeichnungen, die Roman Verostko, inspiriert von den Plejaden im Sternzeichen des Stiers, in seinem typischen fernöstlich anmutenden Stil angefertigt hat. Er benutzt Blattgold oberhalb der Plotterzeichnung um die Natur eines strahlenden Sterns zu betonen. Aus dieser Familie von sieben ähnlichen „Schwester-Formen“ werden in der Ausstellung 2 Arbeiten zu sehen sein.

Ebenfalls durch die fernöstlichen Meister inspiriert sind die filigranen Plotterzeichnungen von Jean-Pierre Hébert. Seine typischen abstrakten, dichten Strukturen finden zwar in der Natur ihren Ursprung, aber auch sie sind das Resultat eines klar definierten Konzeptes.

Frieder Nake, der als einer der Vorreiter diese Kunstform schon 1965 zusammen mit Georg Nees ausstellte, ist mit einigen seiner ersten Arbeiten vertreten.



  



Experience Space
Gruppenausstellung zum Thema Skulptur und Raum im Bereich Neue Medien
mit
Aram Bartholl
Christa Sommerer & Laurent Mignonneau
John F. Simon
Lynn Hershman Leeson
LAb[au]
Marius Watz
Evan Roth
Nicole Nickel


       

     

 

Eröffnung der neuen Räume: Sa. 17. September, 19 - 22 Uhr

Programm:
19:30 Uhr Eröffnung durch Wolf Lieser
20:00 Uhr Performance Nicole Nickel, Visual + Marco Brosolo, Music
20:30 Uhr Marco Brosolo, AST + Gesang, Digital Campfire Songs

Zusatzprogramm:
Freitag, den 16. September, 19 - 22 Uhr
Speedshow in einem Internetcafe in Berlin:
Internet & Telecafé
Köpenicker Str. 79
10179 Berlin
kuratiert von Aram Bartholl
Sponsored by [DAM]Berlin

Ausstellung: 20. September - 12. November


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Experience Space ist die erste Ausstellung der Galerie [DAM]Berlin in den neuen Räumlichkeiten im Innenhof der Neuen-Jakob-Str. 6/7 zwischen Berlin Mitte und Kreuzberg. Der Ausstellungstitel bezieht sich sowohl auf das Kennenlernen der neuen Räume - die Galerie hat sich vergrößert, die Räumen liegen in einem Loft – als auch auf die thematische Ausrichtung der Eröffnungsausstellung.
Die Gruppenausstellung, die vorwiegend von Künstlern der Galerie bespielt wird, setzt sich mit den verschiedenen Aspekten von Raum auseinander. Gezeigt werden Arbeiten im skulpturalen Kontext, Installationen, aber auch Werke, die sich inhaltlich auf den Raum beziehen. Der virtuelle Raum spielt dabei eine untergeordnete Rolle - nur die Arbeit von John F. Simon setzt sich mit der Unvereinbarkeit von Virtualität und Realität ironisch auseinander -, sondern es geht primär um den realen Raum, öffentlich oder privat, und um die Auseinandersetzung mit Architektur.

Lynn Hershman Leeson erforscht in ihrer Arbeit Homefront, bestehend aus einem Spielzeughaus und zwei Videoprojektion, die Dynamik menschlicher Beziehungen in einem abgeschlossenen privaten Raum und inszeniert eine Szene häuslicher Aggression hinter den verschlossenen Fenstern einer idyllischen Fassade. Ein Blick durch die Fenster des Miniaturhauses gibt eine eskalierende Szene dieser Paarbeziehung wieder, der andere Teil der Arbeit zeigt das Paar während einer anschließenden Sitzung bei einem Therapeuten. Lynn Hershman Leeson (* 1941, USA) gehört seit den 70-Jahren zu den wichtigsten Künstlerinnen im Bereich Medienkunst und wurde 2010 mit dem [ddaa] für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. In ihren Arbeiten setzt sie neueste Technologien ein, um die sich in der Gesellschaft verändernden Vorstellungen von Identität und Erinnerung aufzuzeigen. Konsequent widmet sie sich Themen, die im Zusammenhang mit Konsum, Privatsphäre, Überwachung und den Prozessen stehen, aus denen persönliche Macht erwächst.

Christa Sommerer (*1964, Österreich) und Laurent Mignonneau (*1967, Frankreich) führen in ihrer interaktiven Skulptur Magic Eye - Dissolving Borders die Erwartungshaltung konventioneller Kommunikation und üblicher Interaktion ad absurdum. Alte Radios aus den 50er-Jahren wurden umgebaut und mit Sensor-Technologie versehen. Die Laute, die diesen Radios entweichen, wenn sich ihnen ein Betrachter nähert, sind menschliche Laute wie Gurgeln, Schnarchen, Rülpsen und Pupsen sowie private und peinliche Laute, die wir in der Öffentlichkeit unterdrücken. Christa Sommerer und Laurent Mignonneaus interaktive Arbeiten haben bereits früh durch ihre hohe Komplexität und ihre ungewöhnlichen, innovativen Interfaces Geschichte geschrieben. In ihrer Kunst entwickeln sie natürliche und intuitive Schnittstellen und setzen häufig wissenschaftliche Prinzipien ein, etwa künstliches Leben, Komplexität und generative Systeme.

John F. Simon (*1963, USA) spielt in seiner Arbeit Grasp mit der suggerierten Dreidimensionalität im virtuellen Raum, in dem er Software und Video vermischt und eine Hand vergebens nach einem virtuellen Objekt greifen lässt. John F. Simon Jr. erforscht automatisierte Vorgänge und Systeme. Seine täglichen Handzeichnungen, in denen er seit 11 Jahren anhand von improvisiertem Zeichnen und rationales Schreiben verschiedene Schichten des Denkens untersucht (die Zeichnung sind auf www.iclock.com zu finden), bilden die Basis für seine späteren Werke. Dabei nutzt Simon die Eigenschaften der digitalen Medien, um die Prinzipien Form, Komposition und Farbe in neuer Weise umzusetzen. In seinen Arbeiten ergänzt er Software mit skulpturalen, farbigen Elementen aus Holz oder Kunststoff.

Aram Bartholls Random Screen erscheint wie eine digitale Skulptur aus großpixeligen Quadraten, ist aber eine Lichtinstallation auf der Basis von Teelichtern: ein Bildschirm, der nicht steuerbar ist und vollkommen ohne Elektrizität auskommt. Die Arbeit ist Teil einer Reihe von Low-Tech-Screen-Projekten, die ursprünglich von der Medienfassade Blinkenlights des Chaos Computer Clubs Berlin CCC inspiriert wurden. Jeder einzelner Pixel von Random Screen ist eine eigenständige Einheit. Kernbestandteile sind eine Projektionsfolie, eine modifizierte Bierdose und ein Teelicht. Aram Bartholl (*1972, Bremen) fasst seine Arbeiten mit der Aussage "Netzdatenwelt versus Alltagslebensraum" zusammen. Das Spannungsverhältnis von öffentlich und privat, online und offline, von Technologieverliebtheit und Alltagsleben ist Kern seines Schaffens. In Form von Interventionen und Installationen vorwiegend im öffentlichen Raum untersucht er das Zusammentreffen von Realität und digitaler Welt.

Graffiti und Code sind die Hauptbestandteile der Arbeiten von Evan Roth (*1978, USA). Immer wieder beschäftigt er sich mit Graffiti-Tags, den "Signaturen" der oft anonymen Sprayer. Dabei interessiert ihn neben dem Schriftzug vor allem die Gestik des Sprayers beim Schreiben, eine oft wütende, furoise Bewegung. Genau diese Bewegung ist es, die Evan Roth immer wieder fasziniert, die er umsetzt in dreidimensionale Darstellungen als Skulpturen oder als interaktive Lichtinstallation auf einer Fassade, um dem Schwung der Gestik gerecht zu werden. Gegenüber der französischen Zeitung Liberation beschreibt er seine Motivation: Er hofft, dass er den Tag erneuern kann, indem er unerwartete Formate entwirft, so dass "die Menschen die Schönheit dieser Kalligrafien mit einem neuen Auge schätzen lernen können." Aus der Illegalität in den Kunstkontext: Mit der Skulptur GraffitiAnalysis setzt er Graffitischriftzüge aus dem öffentlichen Raum in fragile, skulpturale Gebilde um, deren Schattenspiel wiederum den Graffitischriftzug an die Wand wirft.
 
Nicole Nickel (*1968, Freudenstadt) zeigt eine Auswahl an neuen Arbeiten, die Fragmente von Außen- und Innenräumen zu dreidimensionalen Objekten und Collagen zusammenfügen. Seit dem Abschluss ihres Malereistudium beschäftigt sie sich intensiv mit Perspektive und Räumlichkeit. Sie kombiniert handgefertige Flächen aus Folien und Lacken mit am Computer erstellten Strukturen zu Illusionen erbauter Architektur, die den Betrachter durch ein raffiniertes Spiel mit Perspektiven und eine ausgeprägte Farbigkeit in ihren Bann ziehen. Ihre Kompositionen, die in Form und Farbe an Frank Stella erinnern, haben jedoch einen konkreteren Inhalt, den von Menschen konstruierten Raum. Waren ihre bisherigen Architektursegmente nur zweidimensional als Bilder ausgeführt, geht Nicole Nickel nun auch den letzen konsequenten Schritt, indem sie die Arbeiten als Raumobjekte aus mehreren Schichten zusammensetzt.

Die Künstlergruppe LAb[au] (gegründet 1997, Brüssel) zeigt eine neue Version der generativen Plexiglaskonsole - Particle Springs - und die sound-basierte Skulptur ParticleSynthesis. Die Arbeit integriert generative Software, Klang und Licht zu einer Skulptur, die man von außen als solche betrachten kann, lädt aber ebenfalls ein zum Betreten des hexagonalen Rings, so dass man die Arbeit als Raum-Klang-Erfahrung wahrnehmen kann. "All sound is an integration of grains, of elementary sonic particles, of sonic quanta." (Iannis Xenakis, 1971) - angelehnt an den zeitgenössischen Komponisten Xenakis, der einen Klang in kleinste Partikel zerlegte, dann wieder neu zusammenfügte (granular synthesis) und mit der Dimension des Raumes kombinierte, vereint die Arbeit von LAb[au] einen Klangteppich gemäß der Granular Synthesis mit in Echtzeit generierten, visuellen 3D-Partikeln. LAb[au] vereint Kunst und Forschung und realisiert unter anderem große Projekte im öffentlichen Raum.

Marius Watz (*1973, Norwegen) setzt digitale Prozesse und selbstgeschriebene Algorithmen ein, um Arbeiten in verschiedenen Medien wie Film, Bild und Skulptur mit semi-autonomen Software-Systemen zu erzeugen. Die daraus resultierenden abstrakten Arbeiten mit ihrer klaren Geometrie und leuchtenden Farben sind visuell und konzeptionell überzeugend. Die in der Ausstellung gezeigte Bildschirmarbeit Exploder ist eine Studie zu der Rauminstallation, die Watz u. a. Anfang diesen Jahres in seiner Solo-Show Extrusion im ROM for Kunst og Arkitektur in Oslo als großformatiges getaptes Wandbild gezeigt hat.




Vera Molnar

Gothique

        

   

Eröffnung: Fr., 10. Juni, 19 - 21 Uhr


Ausstellung: 11. Juni - 16. Juli 2011

Letzte Ausstellung in den Räumlichkeiten Tucholskystr. 37!
Good-Bye Party am Samstag, den 9. Juli 2011 ab 19 Uhr.
Wir eröffnen wieder im September 2011 in neuen Räumlichkeiten.


Die Serie "Gothique" entstand im Rahmen einer Auftragsarbeit für die deutsch-französische Ausstellung "Konstruktion und Konzeption", die 1988 in dem damals noch stillgelegten Bahnhof Schöneberg in Berlin organisiert wurde. Vera Molnar realisierte für die Ausstellung eine Arbeit auf den Glasfenstern der Ringbahnhalle des Bahnhofs. Die Installation greift die vorhandenen architektonischen Strukturen der Glasfront auf - hoch und schlank nach gotischem Vorbild -, überspitzt und reizt diese Proportionen aus, bis der Betrachter nicht mehr sicher ist, ob er noch ein Rechteck betrachtet oder eine breite Linie. Mit der ihr üblichen Ironie wählte Vera Molnar für die Installation eine Ausführung in leuchtendem Preußisch-Blau.

Die Entwürfe und Skizzen für diese Installation wurden im letzten Jahr erstmalig in einem von Le Corbusier gebauten Kloster in Frankreich gezeigt, ansonsten aber noch nie in der Öffentlichkeit ausgestellt. Es handelt sich vorwiegend um mehrfarbige Plotterzeichnungen, wobei Vera Molnar das Thema auch später immer wieder vereinzelt in Gemälden aufgriff. Die Zwischenräume zwischen den länglichen Rechtecken variieren ebenso wie die Verschiebung der Rechtecke nach oben oder unten.

"Die Arbeit basiert auf einer langen Reflektion über Proportionen. Nachdem ich eines der Idealbilder aller Formen, das Quadrat, hinter mir gelassen und es immer weiter in die Höhe gezogen hatte, ging ich zunächst nicht weiter als bis zu den Proportionen des Goldenen Schnittes.... Nach dem Würfel, nach den Rechtecken basierend auf den Regeln des Goldenen Schnittes, verweilte ich bei den doppelten Würfeln, den vierfachen Würfeln, um dann zu guter Letzt bei den "wilden" Proportionen, z. B. 1:30, anzukommen. In diesem Fall handelte es sich fast nicht mehr um ein Rechteck, sondern um eine dicke Linie. Genauer gesagt, man befindet sich visuell "zwischen den beiden": weder Linie noch Strich... Diese langgezogenen Vierecke, gotisch, haben mich als Antipoden zu dem Kanon antiker Schönheit wirklich erstaunt. Es war wie ein heilsames Rütteln an der Stelle, in der ich es mir von meinem ästhetischen Verständnis her bequem gemacht hatte."
Vera Molnar im Gespräch mit Marc Chauveau, 2010




Manfred Mohr
parallelResonance

  

Eröffnung: Fr., 29.4., 19 - 21 Uhr
Der Künstler ist bei der Eröffnung anwesend.

Ausstellung: 30. April - 8. Juni 2011

Sonderöffnungszeiten zum Gallery-Weekend:
Sa., 30. April, 12 - 18 Uhr
So., 1. Mai, 14 - 18 Uhr

Zum Gallery-Weekend eröffnet die Galerie [DAM]Berlin die Ausstellung parallelResonance von Manfred Mohr, die während der Art Cologne bereits in der Kölner Filiale der Galerie zu sehen gewesen ist.

parallelResonance ist der vierte Werkzyklus, den Manfred Mohr auch als Softwarearbeit realisiert. In der Serie untersucht Mohr in der für ihn typischen klaren Form- und Farbgebung das Spannungsfeld zwischen sich bewegenden schwarzen und weißen Flächen und Linien. Die sich im Vordergrund bewegenden Formen sind mit wechselnden Pastellfarben hinterlegt. In der Ausstellung werden neben 2 Softwarearbeiten auch groß- und kleinformatige Prints aus der Serie ausgestellt.
Manfred Mohrs Arbeiten basieren auf selbstgeschriebenen Computerprogrammen, er gehört international in diesem Bereich zu den erfolgreichsten Künstlern. Er beschäftigt sich seit 1973 mit den logischen und mathematischen Strukturen von Würfeln bzw. Hyperkuben und mit deren Linien und Flächen sowie deren Verhältnis untereinander. Mohr war 1968 Mitbegründer des Seminars "Kunst und Informatik" an der Universität Vincennes in Paris und hatte im ARC - Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris - im Jahr 1971 die historisch wichtige und weltweit erste Einzelausstellung in einem Museum mit Arbeiten, die vollständig von einem Computer berechnet und gezeichnet waren.

Seine Arbeiten sind u. a. in folgenden Sammlungen zu finden: Centre Pompidou, Paris; Mary and Leigh Block Museum of Art, Chicago; Victoria and Albert Museum, London; Ludwig Museum, Köln; Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen; Staatsgalerie Stuttgart, Stuttgart; Stedelijk Museum, Amsterdam; Sammlung Peter C. Ruppert, Museum im Kulturspeicher, Würzburg; Kunsthalle Bremen, Bremen; Musée d'Art Moderne et Contemporain, Strasbourg; Daimler Contemporary, Berlin; Musée d'Art Contemporain, Montreal; McCrory Collection, New York; Esther Grether Collection, Basel.
Mohr hat an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen teilgenommen wie zum Beispiel: MoMA - Museum of Modern Art, New York; Centre Pompidou, Paris; ZKM (Center for Art and Media), Karlsruhe; Museum Ritter, Waldenbuch; Museo Nacional Centro de Reina Sofia, Madrid; MoCA, Los Angeles; National Museum of Modern Art, Tokyo; Museum of Modern Art, San Francisco; MoMA-PS1, New York; ARC - Musée d'Art Moderne de la ville de Paris, Paris; Museum for Concrete Art, Ingolstadt; Vasarely Museum, Budapest.

Manfred Mohr erhielt die Golden Nica der Ars Electronica, Linz, den Camille Graesser-Preis, Zürich, den [ddaa] d.velop digital art award, Berlin, und das Artist Fellowship der New York Foundation of the Arts.




Eelco Brand
Field of View extended

     

Ausstellung: 2. - 21. April 2011
Eröffnung: Freitag, 1. April, 19 - 21 Uhr
Der Künstler ist bei der Eröffnung anwesend.

Der Titel der Ausstellung "Field of View Extended" sagt viel über Eelco Brands künstlerische Arbeitsweise und Weltsicht aus. In seinen Filmen, Bildern und Zeichnungen kombiniert er Welten, die uns vertraut erscheinen und in der Bildtradition von Landschaftsmalerei und Genreszenen zu sehen sind, mit surrealen, absurden Elementen. Klug erweitert er die traditionellen Bildformen und konfrontiert uns, auch auf durchaus humorvolle Weise, mit unseren festgefahrenen Sehgewohnheiten und Vorstellungen von Realität.
Seit 2003 zeigt Brand das künstlerische Potenzial der digitalen Medien und die Möglichkeiten der 3D-Technologie. Er tauschte Farbe und Pinsel gegen Pixel und Programme, die ihm weiterhin ermöglichen seine Phantasie direkt zu verwirklichen. 2010 wurde einer seiner Filme als Auftakt einer Konferenz auf dem G20-Gipfel in Seoul gezeigt. Eelco Brand lebt und arbeitet in den Niederlanden.

Wir freuen uns, die neuen Arbeiten von Eelco Brand nach der Einzelausstellung in unserer Galerie in Köln nun auch für einen Monat in Berlin zeigen zu können.

"Malerei besteht vor allem darin, Elemente hinzuzufügen oder zu entfernen. Man kann an einem Bild arbeiten, das sich durch seine eigene Logik entwickelt. Für mich ist das Erstellen eines 3D-Bildes das selbe wie Malerei. Aber das Faszinierende am Arbeiten mit 3D ist, dass man den virtuellen Raum hinter der zweidimensionalen Oberfläche betreten kann und - noch entscheidender - dass man jeweils die Möglichkeit hat, eine Szene zu animieren. Dies bedeutet, dass man über das statische Medium der Malerei hinausgehen und Bewegung sowie Klang integrieren kann. So kann man völlig neue Wege erschließen, Werke zu erstellen und zu präsentieren. Die Szenen, die ich als Prints oder Filme erstellt habe, sind virtuell und handgemacht. Ich verwende kein fotografisches Material oder gescannte Bilder." (Eelco Brand in einem Interview mit Wolf Lieser in Eyemazing, 2007)




UBERMORGEN.COM

BEING POLITICAL IS SUCH A HUGE TREND™

Featuring Somalia pirates fashion project WOPPOW and real-life digital oil painting project DEEPHORIZON

      


Eröffnung: 28. Januar 2011, 19 - 21 Uhr

Die Künstler werden zur Eröffnung anwesend sein.


Ausstellung: 29. Januar - 23. März 2011

Sonderöffnungszeiten zum DAS-Wochenende (Digital Arts and Sound, Initiave der transmediale 11):
Samstag, 29. Januar, 11 - 18 Uhr
Sonntag, 30. Januar, 11 - 17 Uhr

Galerie [DAM]Berlin zeigt in der ersten Soloausstellung vom UBERMORGEN.COM in Berlin zwei neue zeitkritische Projekte des Künstlerpaars. WOPPOW besteht aus einer Rauminstallation mit Video und Art-Couture, die sich anhand der somalischen Piraterie mit Ausbeutung und deren Gegenreaktionen auseinandersetzt. Mode und Lifestyle dienen den Künstlern dabei als Metapher. Für die Installation wird die Galerie in einen Flagship-Store der fiktiven Modemarke woppow verwandelt. Das Projekt DEEPHORIZON basiert auf Luftaufnahmen der BP-Ölkatastrophe im Golf von Mexiko und verweist ironisch auf ein Revival der hohen Kunst der "Ölmalerei", die man diesmal als prozessbasierte Kunst live über Massenmedien miterleben konnte.
lizvlx (.at) und Hans Bernhard (.us/.ch) arbeiten seit 1999 unter dem Brand UBERMORGEN.COM miteinander und sind bekannt für ihre Kunstinstallationen, die sich mit zeitgenössischen gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen. 2000 machten sie mit ihrem Projekt [V]ote-Auction Furore - eine Plattform für den Handel mit Wahlstimmen in dem Kampf zwischen Bush und Gore um das Amt des Präsidenten.


     

Hintergrundgeschichte zu WOPPOW: "Der französische Modedesigner woppow reist in sein Heimatland Kenia (Mombasa) und nach Somalia (Puntland) auf der Suche nach Anregungen für seine nächste Haute-Couture-Kollektion. Inspiriert durch die Medienpräsenz der somalischen Piraten, beginnt er, Bilder von Land und Menschen zu sammeln, Moodboards zu erzeugen und entschließt sich, die entworfene Kleidung auf hochkreative Art und Weise mit Gewehren zu beschießen..." (Artist Statement)
WOPPOW erweitert die Grenzen der Couture mit einer neuen Art von aggressiver High-Streetware. Der neuste Trend in der globalen Langeweile, der die Sättigung der dekandenten Modewelt verherrlicht - hochpolitische Mode, die die brutale Realität unserer Welt widerspiegelt. Shot by real bullets.




DEEPHORIZON basiert auf Luftaufnahmen der BP-Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Die Künstler haben diese digitalen Dateien in abstrakte Bilder umgewandelt und im Sinne traditioneller Ölmalerei auf Leinwand ausgedruckt.
Artist Statement: "Die erhabenste Disziplin der Kunst – die Ölmalerei – ist wieder da. Vor 13 Tage berstete eine BP Öl- und Gasplattform, die brennende Bohrinsel sank und riss 11 Personen in den Tod. Seitdem lief Rohöl in den Golf von Mexiko und lieferte uns die Vorahnung einer Umweltkatastrophe mit neuen historischen Ausmaßen. Wind aus südwestlicher Richtung trieb den Ölteppich westwärts...und begann die Küstenlinien nachzuzeichnen. Endlich hat hat sich die Ölmalerei zu generativer Bio-Art entwickelt, ein dynamischer Prozess, den die Weltöffentlichkeit live über Massenmedien mitansehen kann..."


Ausstellungen (Auswahl): LAboral Gijon, New Museum in New York, Museum of Contemporary Art Tokio, MOCA Taipei, MumoK Wien, Ars Electronica, Konsthall Malmoe, NTT ICC Museum (Japan), ZKM, Lentos Kunstmuseum, Goethe-Institute Nairobi (Kenia), The Aldrich Contemporary Art Museum. Die Künstler haben gerade eine Net.Art-Kommission CLICKISTAN für das Whitney Museum of American Art, New York, fertiggestellt.


Die Ausstellung ist Teil des Partnerprogramms der  .
UBERMORGEN.COM veranstaltet zu WOPPOW einen Workshop auf der transmediale.






Roman Verostko

ALGORITHMIC POEMS: the Joy of Digital

Eröffnung: 5. November 2010, 19-21 Uhr
Der Künstler wird bei der Eröffnung anwesend sein.
Ausstellung: 6. November 2010 - 22. Januar 2011

Sonderveranstaltung am Samstag, den 6. November, um 15 Uhr
Gespräch: THE JOY OF DIGITAL ART - Roman Verostko and Frieder Nake, seriously
Auf Englisch. Eintritt frei.

          
   
      

Algorithmische Poesie: Die Freude am Digitalen

Diese Arbeiten zelebrieren den Charme und die Anmut der algorithmischen Form, „die Freude am Digitalen“. Sie regen uns an, über jenen Prozess nachzudenken, in dem die starre Logik eines Algorithmus sowohl üppige Verspieltheit als auch ruhige Wellenbewegungen hervorbringen kann. Ich habe diese visuellen Gedichte erschaffen, in dem ich Anweisungen schrieb, welche die Pinsel und Stift steuern, die ich an einer Zeichenmaschine angebracht habe. Dieser Prozess vereinigt Geist und Maschine. Er fordert mich dazu heraus, die Eintönigkeit des Programmierens und des Überwachens der Maschinen zu überwinden – um dann bei jenem beglückenden Moment anzukommen, in dem die Früchte dieser mühevollen Kleinarbeit in Charme und Anmut sichtbar werden. Die daraus entstehenden Werke erinnern mich an die Zeit mit meiner Frau Alice, Erinnerungen an die außergewöhnlichen Momente, die wir bei unseren Wanderungen in der Natur zu allen Jahreszeiten erlebten. Solche reichen Momente in algorithmischer Form wiederzufinden – davon erzählt „die Freude am Digitalen“.

RV, September 2010