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Kann eine Maschine jedes erdenkliche Bild hervorbringen? Wo liegen die Grenzen der Automation? Ist es möglich, einer bildnerischen Praxis nachzugehen, die den gesamten Bild-Raum erforscht – indem man einen Computer benutzt anstatt die Welt um uns herum manuell aufzuzeichnen? Was bedeutet es, dass jemand visuelles Bildmaterial entdeckt, dass so entfernt von der "Natur" ist? John F. Simons frühe Softwarekunst, Every Icon (1997), war der Einstieg in ein Konzept, das bis heute noch die Basis seiner Softwarekunst darstellt: Die Idee, dass einfache Regeln, die am Bildschirm hervorgebracht und ausgestellt werden, mehr Bilder generieren können als jemand in seinem Leben sehen kann.

John F. Simon betrachtet das Schreiben von Software als eine Art kreatives Schreiben. Er aktiviert zeitbasierte Simulationen und studiert ihre Eigenschaft zur Selbstentfaltung, um neue Formen und Kompositionen zu entdecken. Seine Softwarearbeiten können auf allen möglichen Medien, von an die Wand angebrachten LCD Bildschirmen zu Projektoren, Mobiltelefonen und portablen Computern gezeigt werden. Darüber hinaus benutzt er auch eigene Software, um Zeichnungen auf Papier, Plastik und Kunstharzpapier anzufertigen und das Digitale und Handgemachte zu hybriden Kompositionen zu verbinden. Jede Komposition bewegt sich zwischen Instinkt und Idee und verbindet das Physikalische der materiellen Welt mit der fluiden inneren Welt der Programmiersprache. Der LCD-Bildschirm fungiert sowohl als ein visuelles Oberflächenelement als auch ein Fenster in die Evolution des Systems selbst. Die unendliche Variabilität der Software beschwört neue Konnotationen des Unendlichen herauf, wenn es den Dimensionen der Materialtextur gegenübergestellt wird.   

John F. Simons Arbeiten wurden in der Biennale des Whitney Museums 2000 und Bitstreams 2001 gezeigt. Er wurde mit dem Aldrich Museum Trustee Award für Junge Künstler im Herbst 2000 ausgezeichnet. Seine Arbeiten mit Software-Panels wurden unter anderem in die Sammlungen des Whitney Museum of American Art, des Solomon R. Guggenheim Museum, des Brooklyn Museum, des Museum of Modern Art in New York, Los Angeles County Museum of Art und des San Francisco Museum of Modern Art  aufgenommen.

John F. Simon (*1963, USA) besitzt einen MFA Abschluss der School of Visual Arts in Manhattan und einen Masters Degree in Earth and Planetary Sciences der Washington University in St. Louis. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in New York City.